Hintergrund
Texte: Krieg in Uganda | Kinder im Krieg | Wie Caritas Gulu ehemaligen Kindersoldaten hilft
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Vor allem die systematische Kindesverschleppung hat die LRA weltweit berüchtigt gemacht. Rund 20.000 Minderjährige hat die LRA seit 1986 entführt, die Hälfte davon seit 2002. Besonders gerne machte die LRA eine Zeit lang Schulen zu Zielscheiben, vor allem Mädcheninternate. Aber auch aus Dörfern oder mitten auf der Straße wurden Kinder verschleppt. Nicht immer nur mit Gewalt: Für Kinder hat das Ausreißen in den Busch natürlich auch etwas Verführerisches – wenn sie die Konsequenzen nicht kennen.

In Reaktion auf die systematischen Entführungen sind weite Landstriche Nordugandas inzwischen menschenleer. Knapp 1,4 Millionen Menschen, fast ausschließlich Frauen und Kinder, sind in Vertriebenenlager oder an den Rand der Städte geflohen, mehr schlecht als recht geschützt von der Armee oder eigens aufgestellten Milizen. Landwirtschaft und Handel sind weitgehend zusammengebrochen, die Menschen sind auf Wohlfahrt angewiesen – die es oft nur ungenügend gibt. Der entvölkerte Busch bietet zugleich ideales Terrain für eine Verschärfung des Krieges. Die meisten Opfer auf LRA-Seite dabei sind zwangsrekrutierte Kinder


Weil Armee und Milizen ungenügend Schutz bieten, schicken immer mehr Familien ihre Kinder nachts zum Schlafen in das Zentrum der Städte. Bis zu 40.000 „Nachtpendler“ (night commuters) gibt es in Norduganda inzwischen – doppelt so viele wie vor einigen Jahren noch. Sie werden in öffentlichen Gebäuden oder Schulen oder einfach auf der Straße untergebracht und gehen morgens wieder nach Hause, ständig in Angst, ständig auf der Flucht.

Eine Verbesserung der Lage ist nur in Ansätzen in Sicht, obwohl Ugandas Regierung seit 2004 durchschlagende Erfolge gegen die LRA meldet. Rund 15.000 LRA-Rekruten haben nach amtlichen Angaben von Amnestiemöglichkeiten Gebrauch gemacht und haben die Waffen gestreckt. Viele werden zwar gleich wieder ersetzt; dennoch sei die Zahl der LRA-Kämpfer seit 2002 von 8.000 auf 300 gesenkt worden, erklärte Ugandas Armeeführung im Juli 2005. 146 LRA-Kommandeure seien getötet worden.
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