Hintergrund
Texte: Krieg in Uganda | Kinder im Krieg | Wie Caritas Gulu ehemaligen Kindersoldaten hilft
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Auch die Entführungen von Kindern gingen zurück, so das Militär. Im Jahr 2003 habe die Armee 4.632 entführte Kinder aus den Reihen der LRA befreit, im Jahr 2004 waren es 3.031 und im ersten Halbjahr 2005 waren es 475 – ein Zeichen dafür, daß sich immer weniger Kinder in LRA-Händen befänden.

Die Erfolgsmeldungen dürften übertrieben sein, zumal Ugandas Armee schon öfter die LRA für besiegt erklärt hat, nur damit diese dann umso brutaler zuschlug. Außerdem kritisieren Beobachter, daß Korruption im ugandischen Militär so weit verbreitet ist, daß bei manchen Nutznießern wenig Interessen an einem kompletten Ende der Kampfhandlungen besteht. Dennoch ist nicht zu übersehen, daß sich im Laufe des vergangenen Jahres einiges politisch bewegt hat, das ein wenig Hoffnung zuläßt – nicht zuletzt durch verstärkten Druck der Geberländer, die Ugandas Präsident immer mehr zu einem Überwinden militaristischer Regierungsstrukturen drängen.

Mehrere zeitlich und räumlich befristete Waffen-stillstände in den letzten Jahren ermöglichten Kontakte zwischen LRA-Generälen und Ugandas Sonder-vermittlerin Betty Bigombe.

Die Gespräche drehten sich vor allem um die Bedingungen, zu denen die LRA aufgeben würde. Dass der Internationale Strafgerichtshof Ermittlungen gegen die LRA wegen Kriegsverbrechen aufgenommen hat, verstärkt den Druck auf die Rebellion ebenso wie der Friedensschluss im Sudan zwischen Regierung und südsudanesischen Rebellen, der den Nutzen der LRA für Sudans Regierung verringert.

Doch bis das auch die Situation der Bevölkerung verbessert, dürften noch Jahre vergehen. Der Terror der Rebellen geht weiter – und selbst im Falle des Friedensschlusses würde eine komplett zerstörte Gesellschaft zurückbleiben, in der keine Familie heil blieb und ein Großteil der Menschen traumatisiert ist, wo die Fähigkeiten zur Regeneration aus eigener Kraft und die Perspektiven eines Neuanfangs unerreichbar weit entfernt scheinen.