Hintergrund
Texte: Krieg in Uganda | Kinder im Krieg | Wie Caritas Gulu ehemaligen Kindersoldaten hilft



Kinder im Krieg
Der Einsatz von Kindern als bewaffnete Kämpfer in Kriegen ist für Warlords sehr attraktiv. Kinder sind billig und willig, sie lassen sich leicht verführen und leicht ersetzen. Sie erwarten keinen Sold und müssen keine Familie ernähren, und sie brauchen weniger Nahrung. Aber sie können genauso gut töten wie Erwachsene – je jünger sie sind, desto weniger moralische Skrupel kommen ihnen dabei, weil sie die Tragweite ihres Tuns nicht begreifen. Sie machen die Drecksarbeit – sie sind willige Vollstrecker, Kanonenfutter, Späher, Träger, Sexsklaven. Hilfreich ist dabei, daß viele Waffen inzwischen „kinderleicht“ in Gewicht und Hand-habung geworden sind.
Kindeseinsatz im Krieg ist völkerrechtlich verboten und wird vom Internationalen Strafgerichtshof als Kriegsverbrechen verfolgt. Doch gibt es auf internationaler Ebene bisher keine Sanktionen gegen Kindeseinsatz im Krieg noch effektive Strategien, um Bürgerkriegsparteien daran zu hindern.

Die Zahl von Kindersoldaten weltweit wird seit Jahren konstant auf rund 300.000 geschätzt. Der jüngste UN-Bericht zur Lage von Kindern in bewaffneten Konflikten, veröffentlicht im Februar 2005, spricht allerdings von nur noch 250.000, verteilt auf 54 Kriegsparteien in elf Ländern: Birma, Burundi, Elfenbeinküste, Kolumbien, Demokrati-sche Republik Kongo, Nepal, Philippinen, Somalia, Sri Lanka, Sudan und Uganda. Erfolge hingegen habe es in Afghanistan, Angola, Äthiopien, Eritrea, Liberia, Osttimor und Sierra Leone gegeben, was den Rückgang der Gesamtzahl erklärt.


Der internationale Kampf gegen Kindesmissbrauch im Krieg geht auf einen aufrüttelnden, anklagenden Untersuchungsbericht der UN-Sonderbeauftragten Graca Machel aus dem Jahr 1996 zurück. Auf der Grundlage des Berichts der einstigen First Lady von Mosambik und heutigen Ehefrau von Nelson Mandela verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Mai 2000 ein Zusatzprotokoll zur internationalen Kinderrechts-konvention, das die Rekrutierung und den Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten verbietet – allerdings ist seine Anwendung freiwillig. 85 Länder haben das Protokoll bislang unterzeichnet. Weitergehende Maßnahmen scheitern regelmäßig am Unwillen des UN-Sicherheitsrats. Dieser läßt lediglich jedes Jahr die Lage Revue passieren. Erst im Juli 2005 lehnte dieser erneut verbindliche Strafmaßnahmen ab und beschloß lediglich die Einrichtung einer ständigen Arbeitsgruppe, um die Lage von Kindern im Krieg dauerhaft zu beobachten.