Regisseure
Texte: Biografie | Interview
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Warum habt ihr den Film
"Verlorene Kinder" gemacht?

Wenn man sich umschaut in der Welt; es spielt keine Rolle, wo und in welcher Katastrophe, die Kinder bilden das schwächste Glied in der Gesellschaft. Sie sind diejenigen, die am wenigsten für die Situation, in der sie sich befinden, verantwortlich sind. Zugleich sind sie es, die die Wucht einer Krise am härtesten spüren. In unserer Welt gibt es mehr als 30 bewaffnete Konflikte. Dabei werden mehr als 300.000 Kinder als Soldaten missbraucht. Es spielt keine Rolle, welche hohen Ziele bei diesen Auseinandersetzungen verfolgt werden: Kinder zu rauben oder sie zum Töten zu zwingen, ist und bleibt immer ein Verbrechen. Man raubt ihre Kindheit, man stiehlt ihre Zukunft. Ein Kind, das getötet hat, ein Kind, das in einem Krieg war, ist gezeichnet für sein ganzes Leben. Und das Traurige dabei ist, dass diese Opfer eben nicht über eine eigene Organisation, Lobby oder PR Agentur verfügen. Sie wissen nicht, wie sie ihr Leiden den Menschen klagen sollen. Dafür müssen sich die Erwachsenen stark machen. Wir müssen ihnen zuhören und versuchen, ihre Stimme weiter zu tragen. Und natürlich hat unsere persönliche Vergangenheit uns umso mehr verpflichtet, diesen Film zu machen.

Warum Uganda? Standen andere Länder zur Disposition?

Wie bereits erwähnt, gibt es mehr als 300.000 Kinder weltweit, die dieses Schicksal teilen. Man hätte eine ähnliche Geschichte auch in Burma, Kolumbien oder Angola erzählen können. Traurigerweise ist der Konflikt in Uganda der längste und einer der unbekanntesten in Afrika. Zugleich ist der Weg, den die Hilforganisationen (=NGOs) dort ausgesucht haben, um die Kinder wieder in die Gesellschaft zurück zu führen, ein sehr spannender. Die Frage ist, wie man es schaffen kann, derartig viele Kinder seelisch so zu betreuen, dass sie wieder in der Gesellschaft Fuß fassen können. Wahrscheinlich nicht mit den europäischen Methoden, denn um so viele Menschen zu therapieren, gibt es weder Personal noch Zeit. Aus diesem Grunde haben manche NGOs, darunter auch die Caritas in Gulu, einen Weg zwischen den europäischen und traditionellen Methoden gewählt. Der Clan (Gemeinde) wird mit in die Verantwortung gezogen. So fällt die Ablehnung der Kinder schwerer und macht den Weg in die Gesellschaft einfacher, da der Erfolg von Ritualen nur selten in Frage gestellt wird. Leider klappt das nicht immer, wie wir im Verlauf der Dreharbeiten feststellen mussten.
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