Regisseure
Texte: Biografie | Interview
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Wie ist es im Krieg zu drehen?
Was hat euch am meisten Angst gemacht?

Der Krieg, der im Norden Ugandas tobt, ist ein unsichtbarer Krieg. Es gibt dort keine Fronten. Es sind Hinterhalte auf den Straßen oder nächtliche Angriffe auf Dörfer, die diesem Krieg sein Gesicht geben. Natürlich hört man die MPs und Kanonen und sieht überall Soldaten, Waffen und Panzer, aber trotzdem ist man nicht in der Lage, den Konflikt wirklich zu erfassen. Selbst wenn man die zerstörten Häuser, ausgebrannten Autowracks an der Straße, die Weinenden und Verletzten einige Stunden nach einem Angriff sieht, kann man die Brutalität dessen, was statt gefunden hat, nicht begreifen. Und so nimmt das Unsichtbare plötzlich eine viel bedrohlichere Dimension an.

Man versteht erst dann, wenn es knallt und eigentlich zu spät ist, um wirklich reagieren zu können. Wir verstanden erst durch dieses Projekt, dass Angst etwas völlig individuelles ist, und die Schwelle für jeden unterschiedlich hoch liegt. Man kann nicht sagen „hab keine Angst!“ oder „komm, es wird schon gut gehen.“ Den Umgang damit muss jeder, der bei so einem Projekt mitmacht, selbst herausfinden und lernen

Wie kam es zu dem Hilfsprojekt
Pajule-Aid?

Bei unserer ersten Reise nach Pajule waren wir die ersten weißen Besucher seit zwei Jahren. Da das Dorf mitten im Kriegsgebiet liegt, fährt dort auch keine Hilfsorganisation hin. Als die Dorfältesten uns durch das Flüchtlingslager führten, und wir mit dem Zustand des Lagers konfrontiert wurden, war uns sofort klar, dass wir etwas machen müssen. Es gab keine medizinische Versorgung. Die Medikamente wurden auf dem Schwarzmarkt für horrendes Geld gehandelt. So haben wir eine Arztpraxis als einen guten Beginn gesehen. Als wir das mit Caritas Gulu besprachen, waren sie von der Idee begeistert und sagten uns ihre Mithilfe zu. Wir kamen zurück nach Deutschland und baten Freunde und Bekannte, uns bei diesem Vorhaben zu helfen. Das taten einige, und so konnten wir die wichtigen ersten 12.000,-- ¤ für Arzt, Krankenschwester, Instrumente und Medikamente für ein Jahr zusammentragen. Mit den Erlösen des Films soll die Praxis in eine kleine Buschklinik umgewandelt werden.
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