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Mehr Gewalt gegen Kinder in der Corona-Krise

René Gräber
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René Gräber

Das Corona-Jahr 2020 zeichnet sich vor allem durch eine drastische Steigerung der (sexuellen) Gewalt gegen Kinder aus, das jedenfalls weist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) aus. Der BKA-Präsident Holger Münch hat die Zahlen gemeinsam mit Johannes-Wilhelm Rörig, dem Bundesbeauftragten für Fragen zum sexuellen Kindesmissbrauch, in Berlin vorgestellt. Demnach geschah in 2020 das:

  • 152 Kinder wurden Opfer eines vollendeten Tötungsdelikts. Davon galten 79 als vorsätzlich, 73 als fahrlässig. Jünger als sechs Jahre waren 115 Kinder.
  • Fast 4.500 Kinder wurden misshandelt.
  • Bei sexueller Gewalt stieg die Zahl der betroffenen Kinder um sechs Prozent auf fast 17.000, im Durchschnitt geht es also jeden Tag um 46 Fälle, die bekannt werden.
  • Nötigungen und Vergewaltigungen blieben konstant bei 235 Fällen.

Es sei hier noch mal betont, dass diese Zahlen nur das sogenannte „Hellfeld“ widerspiegeln, von der Dunkelziffer hat niemand eine Ahnung. Eine extreme Steigerung ist in Sachen Besitz, Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie festzustellen, dabei geht es um 53 Prozent, also um insgesamt mehr als 18.700 Fälle im Jahr 2020. Jeder einzelne Fall steht in einem direkten Zusammenhang mit Kindesmissbrauch.

Formell angezeigt wurden die meisten Ereignisse durch das amerikanische „National Center for Missing and Exploited Children“ (Natmec). Die meisten Straftaten erfolgen übrigens im privaten Umfeld, was die Aufklärung nicht gerade erleichtert.

Rörig ergänzte, dass diese absolut unerträglichen Zahlen unendliches Leid, Angst, Ekel, Schmerz und Ohnmacht unzähliger Kinder und Jugendlicher widerspiegeln, die in der Folge ihr Leben lang von psychischen Störungen heimgesucht werden. Daher müsse unser aller Kampf gegen die sexuelle Gewalt zur Chefsache werden, so, wie es uns gerade in Nordrhein-Westfalen vor Augen geführt wurde.

Kostenlose und auch anonyme Beratungsangebote finden Sie zum Beispiel hier:

Jeder, der meint, da stimmt etwas nicht, möglicherweise wird dort ein Kind misshandelt oder missbraucht, kann sich jederzeit anonym an diese Stelle wenden.

  • Nummer gegen Kummer – 116 111 (Mo – Sa: 14 – 20 Uhr)

Diese Telefonnummer ist vor allem für Kinder und Jugendliche eingerichtet worden, die einen Missbrauch gesehen oder selbst erlebt haben. Die zugehörige Internetseite bietet auch eine Möglichkeit zum Chat.

  • Kein Täter werden“ ist eine Initiative der Berliner Charité – 030 450 529 450

Wer selbst bemerkt, dass er sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt beziehungsweise pädophile Neigungen hat, sollte unbedingt eine telefonische Beratung in Anspruch nehmen und/oder sich auf dieser Website umsehen. Selbstverständlich gilt hier die ärztliche Schweigepflicht.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ dazu an:

Dieser Beitrag wurde am 21.09.2021 erstellt.

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